Infrarotkabinen

Bei den Infrarotwärmekabinen handelt es sich um eine Alternative zur Sauna, die den Konsumenten in diesem Bereich seit kurzer Zeit angeboten wird. Aufgrund des wahren Wellnessbooms, der sich in der jüngsten Vergangenheit gebildet hat, werden immer mehr Menschen auf diese neuartigen Möglichkeiten der Branche aufmerksam.

Worin unterscheidet sich eine Infrarotwärmekabine von einer Sauna?

Der wesentlichste Unterschied zur traditionellen Sauna besteht bei einer Infrarotwärmekabine darin, dass die Wärme auf der Haut nicht durch das Aufheizen der Raumluft entsteht, wie das etwa bei einer finnischen Sauna der Fall ist, sondern durch die Infrarotstrahlung, die von den speziellen Strahlern erzeugt wird. Im Detail geht die Wärmebildung bei dieser speziellen Alternative zur traditionellen Sauna folgendermaßen vonstatten: Trifft die Infrarotstrahlung auf die Haut, so wird sie dort zu Wärme umgewandelt und in dieser Form vom Körper absorbiert. Die Wärme wird also nicht bereits in der Raumluft erzeugt, sondern erst beim direkten Kontakt mit der Haut, wodurch ein etwas anderes Wärmegefühl hervorgerufen wird.

Man spricht in diesem Zusammenhang von der so genannten Tiefenwärme, eine Energieform, bei der durch einen Umsetzungsprozess Gegenstände oder Körper direkt erwärmt werden, ohne auf die Raumtemperatur einzuwirken. Spezielle Wärmerezeptoren des Körpers, die sich unter der Haut befinden, erkennen die Infrarotstrahlung und senden die Informationen an das Gehirn, das dann in weiterer Folge das Empfinden von Wärme auslöst. Der größte Teil der abgegebenen Energie gelangt dabei direkt zum Körper, während nur ein geringer Teil in die Umgebungsluft abgegeben wird.


Was sind die speziellen Vorteile einer Infrarotwärmekabine?

Die beiden großen Unterschiede, die eine Infrarotwärmekabine beispielsweise im Vergleich zu einer Sauna aufweisen kann, sind die geringe Vorheizzeit und die damit verbundene Energieersparnis. Da bei der Infrarotwärmekabine die Raumluft nicht erst so stark erhitzt werden muss, wie bei einer Sauna, muss auch nicht so lange vorgeheizt werden, da die Wärme zu einem großen Teil ohnehin durch das Umwandeln der Infrarotstrahlung auf der Haut entsteht. Darüber hinaus sollte auch noch angeführt werden, dass es vor allem für kreislaufschwache und alte Menschen - nach Absprache mit ihrem Arzt - vor Vorteil sein kann, eine Infrarotkabine statt einer Sauna aufzusuchen, da in Infrarotkabinen nicht so hohe Raumtemperaturen entstehen, was den Kreislauf dieser anfälligen Menschen deutlich schonen kann.


Worin bestehen im Allgemeinen die Vorteile dieser erhöhten Wärmeentwicklung?

Sowohl Saunaformen als auch Infrarotwärmekabinen haben eines gemeinsam: Beide versuchen durch eine erhöhte Wärmeentwicklung positiv auf den Körper einzuwirken. Im Detail geschieht dies dadurch, dass durch die erhöhte Wärmeentwicklung künstlich so etwas wie ein Fieberzustand im menschlichen Körper hervorgerufen werden kann. Die Körpertemperatur liegt über dem normalen Wert, wodurch Immunsystem und Abwehrkräfte stimuliert werden. Der ganze Körper befindet sich in gewisser Art und Weise in einem Alarmzustand und ist daher besser im Stande mit psychischen und physischen Belastungen fertig zu werden. Darüber hinaus wirkt das Gefühl der Wärme auch ungemein angenehm auf das gesamte Befinden eines Menschen.


Was ist Infrarotstrahlung eigentlich?

Die Infrarotstrahlung nimmt die zentrale Rolle im Konzept der Infrarotwärmekabinen ein, doch worum handelt es sich dabei eigentlich im Detail? Bei Infrarotstrahlung handelt es sich um eine magnetische Strahlung, bei der von einer Energiequelle durch Schwingung und Rotation der Moleküle Wärme erzeugt wird. Diese Schwingung beziehungsweise Rotation kann auch von lebenden Objekten stammen, was beim Prinzip einer Infrarotwärmekabine ausgenützt wird. Diese spezielle Form der Energie wird daher nicht durch die Luft übertragen und erzeugt daher auch keine Wärme, ehe sie von einem Objekt aufgenommen wurde.

Aufgrund unterschiedlicher Eindringtiefen wird die Infrarotstrahlung auch noch in die Typen IR-A, IR-B und IR-C unterteilt. Der IR-A Bereich, auch nahes IR genannt, verfügt über eine Eindringtiefe von 780 bis 1400 Nanometern, wobei diese Einheit als Billionstel Millimeter erklärt werden kann. Der IR-B Bereich, den man auch als mittleres IR bezeichnet, weist Eindringtiefen zwischen 1400 und 3000 Nanometern auf, während sich dieses Intervall beim IR-C Bereich – oder auch fernes IR – auf 3000 Nanometer bis 1 Millimeter beläuft. Die Eindringtiefe ist daher im IR-A Bereich deutlich am stärksten, während im IR-C Bereich Strahlungsenergie beispielsweise von Haut und Auge direkt auf der Oberfläche aufgenommen werden, wodurch die Strahlung im Falle des Auges etwa nicht bis zur Netzhaut vordringen kann.

Die ursprünglichste Energiequelle, die ebenfalls Infrarotstrahlung beinhaltet, ist die Sonne, die je nach Jahreszeit über eine Distanz von 147 bis 152 Millionen Kilometer Entfernung Infrarotstrahlung mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum auf die Erde schickt, wo dadurch dann Objekte wie Personen, Tiere, Gebäude oder Ähnliches erwärmt werden. Die Wellenlänge der Infrarotstrahlung, die einen natürlichen Bestandteil des Sonnenlichts darstellt, erstreckt sich von 0,78 Mikrometern bis etwa 1000 Mikrometern, wobei sie vom Menschen lediglich im Intervall zwischen 8 und 14 Mikrometer als Wärme empfunden wird.


Kann diese Infrarotstrahlung für den Menschen auch gefährlich werden?

Ähnlich wie man nicht unbegrenzt in der prallen Sonne liegen kann, ohne einen schmerzvollen Sonnenbrand zu bekommen , sollten auch bei Infrarotwärmekabinen gewisse Grenzen berücksichtigt werden. Diese werden vom ICNIRP – einer internationalen, unabhängigen Vereinigung von Wissenschaftlern zur Erforschung der Auswirkung von nichtionisierender Strahlung auf die menschliche Gesundheit – vorgegeben, um jegliche Verbrennungen zu vermeiden. Dank dieser definierten Grenzwerte ist es bei einem üblichen Aufenthalt in einer Infrarotwärmekabine ausgeschlossen, Verbrennungen davonzutragen. Der Grenzwert für eine Hautverbrennung ist zeitabhängig und beläuft sich bei einer Bestrahlungsdauer von 10 Sekunden auf 3550 W/m², wobei vor Verbrennungen bei längerer Bestrahlungsdauer das natürliche Schmerzempfinden des Menschen schützt.

Auch der Schutz der Augen hat oberste Priorität, weshalb die Hersteller in diesem Bereich weit unter den ICNIRP-Grenzwerten liegen, wodurch man selbst bei langem Starren in die Strahlungsquelle keine schwerwiegenden Schäden davontragen kann. Bis zur Netzhaut vordringen kann prinzipiell nur Strahlung aus dem IR-A Bereich, wobei bei allen Infrarotwärmekabinen die dafür vorgegebenen Grenzwerte weit unterschreitet werden, sodass Netzhautbeschädigungen völlig ausgeschlossen sind.

Eine direkte DNA-Schädigung durch die Infrarotstrahlung ist ebenfalls nicht möglich, da die Intensität zu gering ist. Darüber hinaus ist auch das Risiko einer DNA-Schädigung durch die veränderte Zellentemperatur bei gesunden Zellen zu vernachlässigen. Allerdings kann dadurch sehr wohl die Reparatur von Zellen, die bereits durch andere DNA Schäden – beispielsweise bewirkt durch UV-Strahlen – beeinträchtigt sind, verzögert und beschränkt werden. Eine Hauttemperaturerhöhung in dieser Reparatur- und Erneuerungsphase der beschädigten Zellen kann sogar das Krebsrisiko erhöhen, wobei der Fachausdruck für diesen Umstand „ko-karzinogene Wirkung“ lautet. Allerdings ist dieses Phänomen kein spezifisches, das nur auf Infrarotkabinen zutrifft. Vielmehr findet man es bei jeder Form der Erhöhung der Körpertemperatur, weshalb auch Saunas oder heiße Bäder davon betroffen sind.

Allgemein bleibt festzuhalten, dass Infrarotkabinen zahlreiche positive Folgen mit sich bringen, man bei Verwendung als medizinische Therapieform allerdings stets einen Arzt hinzuziehen sollte.